Mehr als 90 Gäste, zehn Referentinnen und Referenten und ein gemeinsames Ziel: Am 22. Oktober 2026 wurde das Grand Hotel Sofia zum Treffpunkt für Unternehmen, Kommunen, Behörden und Fachleute, die nachhaltige Entwicklung in konkrete Lösungen übersetzen wollen.

Referentinnen, Referenten und Organisatoren des 11. SEMD in Sofia
Referentinnen, Referenten und Organisatoren des 11. SEMD in Sofia

Ein voller Saal, konzentrierte Diskussionen und viele persönliche Begegnungen prägten den 11. Sustainability and Environmental Manager Day (SEMD) für Südosteuropa. Die Veranstaltung machte deutlich: Nachhaltigkeit ist längst kein Zusatzthema mehr, sondern ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung, kommunaler Entwicklung und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit.

Eröffnet wurde der Tag von Dipl.-Ing. Heiko Schmidt, Honorarkonsul der Republik Bulgarien im Freistaat Sachsen, Geschäftsführer der INNO-CON GmbH und VNU-Koordinator für Südosteuropa. Er unterstrich die Bedeutung des grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustauschs für die nachhaltige Transformation der Region.

Durch das Programm führte Dipl.-Ing. Svoboda Schmidt, Geschäftsführerin von DQS Bulgaria. In ihrer Moderation würdigte sie die wachsende Zahl von Unternehmen, die Nachhaltigkeitsaspekte systematisch in ihre Geschäftsstrategie integrieren. Auch INNO-CON bekennt sich mit seinem Engagement für die Prinzipien des UN Global Compact zu diesem Anspruch.

Dipl.-Ing. Heiko Schmidt bei der Eröffnung des 11. SEMD
Dipl.-Ing. Heiko Schmidt bei der Eröffnung des 11. SEMD

Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Kommunen

Den Auftakt des Fachprogramms bildete die Frage, was Nachhaltigkeit für die Wirtschaft bedeutet. Ilka Kiselova, Sustainability Manager der Bulgarischen Börse, beleuchtete ESG über die reine Erfüllung regulatorischer Vorgaben hinaus: als Grundlage für Transparenz, ein wirksames Risikomanagement und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Dr.-Ing. Desislava Koleva, Direktorin für nachhaltige Entwicklung der Stadt Gabrovo, zeigte anschließend, wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Energie, Mobilität und Klimaanpassung auf kommunaler Ebene miteinander verbunden werden können. Das Beispiel Gabrovo verdeutlichte, wie strategische Ziele durch konkrete Projekte und die Zusammenarbeit von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft Wirkung entfalten.

Ilka Kiselova beim 11. SEMD
Ilka Kiselova, Bulgarische Börse
Dr.-Ing. Desislava Koleva beim 11. SEMD
Dr.-Ing. Desislava Koleva, Stadt Gabrovo

Dekarbonisierung und verlässliche Klimadaten

Im zweiten Themenblock standen die Dekarbonisierung und der Umgang mit Treibhausgasemissionen im Mittelpunkt. Luba Nikiforova stellte die Ziele und Perspektiven des bulgarischen Nationalen Dekarbonisierungsfonds vor und erläuterte, wie Energieeffizienzmaßnahmen stärker mit Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit verbunden werden können.

Luba Nikiforova beim 11. SEMD
Luba Nikiforova, Nationaler Dekarbonisierungsfonds

Hans Craen und Jaroslaw Stalewski von A-Gas präsentierten einen praxisnahen Kreislaufansatz für synthetische Kältemittel. Statt gebrauchte Kältemittel zu entsorgen und durch neu produzierte zu ersetzen, können sie zurückgewonnen, aufbereitet und erneut eingesetzt werden. Damit lassen sich Emissionen reduzieren, Ressourcen schonen und betriebliche Kreisläufe schließen.

Hans Craen und Jaroslaw Stalewski von A-Gas
Hans Craen und Jaroslaw Stalewski, A-Gas

Dipl.-Ing. Svoboda Schmidt zeigte anhand typischer Fehler bei der Prüfung von Treibhausgasinventaren, wie wichtig eine nachvollziehbare Methodik, belastbare Ausgangsdaten und eine lückenlose Dokumentation sind. Denn nur verlässliche Daten ermöglichen glaubwürdige Klimaziele und fundierte unternehmerische Entscheidungen.

Dipl.-Ing. Svoboda Schmidt beim 11. SEMD
Dipl.-Ing. Svoboda Schmidt

Abfall, Verpackungen und Emissionen

Der Nachmittag richtete den Blick auf aktuelle regulatorische und operative Herausforderungen. Dipl.-Ing. Heiko Schmidt stellte DIWASS vor – eine zentralisierte elektronische Lösung für den Datenaustausch bei der grenzüberschreitenden Verbringung von Abfällen gemäß der Verordnung (EU) 2024/1157.

Rechtsanwalt Dimitar Stoimenov erläuterte die Auswirkungen der europäischen Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). Im Fokus standen die konkreten Folgen der neuen Vorgaben für Hersteller, Importeure und Unternehmen, die Verpackungen in Verkehr bringen oder verwenden.

Die Diskussion machte deutlich, dass eine erfolgreiche Umsetzung nicht erst mit dem Inkrafttreten neuer Pflichten beginnt. Unternehmen sollten frühzeitig ihre Datenqualität, Verantwortlichkeiten, Dokumentationswege und internen Prozesse überprüfen.

Den Abschluss des Fachprogramms bildete das Thema Emissionsausbreitung. Ausgehend von praktischen Beispielen zu Geruchsbeschwerden wurde diskutiert, wie Auswirkungen auf die Luftqualität objektiv erfasst und nachvollziehbar bewertet werden können.

Dipl.-Ing. Helmut Lorentz, Geschäftsführer und Inhaber der Lohmeyer GmbH, präsentierte einen neuen Softwareansatz zur Modellierung der Emissionsausbreitung bei Anlagen mit integrierter Umweltgenehmigung. Sein Beitrag zeigte, wie entscheidend die Qualität der Eingangsdaten, realistische Annahmen und eine fachgerechte Interpretation der Ergebnisse sind.

Dipl.-Ing. Helmut Lorentz beim 11. SEMD
Dipl.-Ing. Helmut Lorentz, Lohmeyer GmbH

Austausch und Ausblick

Neben den Vorträgen bot der 11. SEMD viel Raum für Fragen, Diskussionen und direkte Gespräche. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Kommunen, Behörden und Wissenschaft nutzten die Pausen und das abschließende Come-together, um Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Gerade diese Verbindung aus fundiertem Fachwissen und persönlichem Dialog macht den SEMD zu einer wichtigen Plattform für Nachhaltigkeits- und Umweltverantwortliche in Südosteuropa.

Teilnehmende des 11. SEMD in Sofia
Mehr als 90 Gäste nahmen am 11. SEMD in Sofia teil.

Eine solche Veranstaltung entsteht nicht allein. Unser besonderer Dank gilt dem Hauptsponsor Ecomax, den Partnern VNU und DQS Bulgaria sowie dem Organisationsteam von INNO-CON. Mit großem Engagement, fachlicher Kompetenz und persönlichem Einsatz haben sie dazu beigetragen, den 11. SEMD zu einem erfolgreichen und inspirierenden Tag zu machen.

Ebenso danken wir allen Referentinnen und Referenten für ihre fachlichen Impulse und allen Gästen für ihre Aufmerksamkeit, ihre Fragen und die offenen Gespräche.

Der 11. SEMD hat gezeigt: Nachhaltige Transformation gelingt dort, wo klare Ziele, belastbare Daten, technische Lösungen, Rechtssicherheit und Zusammenarbeit zusammenkommen. Diesen Dialog werden wir fortsetzen.

11. SEMD 2026 im Grand Hotel Sofia
Der 11. Sustainability and Environmental Manager Day im Grand Hotel Sofia
23.02.2023

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